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Inhaltsübersicht
1.1
Leitbild
1.2
Pflegeziele und Pflegeverständnis
1.3
Pflegetheorie und Pflegemodell
1.4
Pflegemaßnahmen
1.4.1
AEDL’s nach
M.Krohwinkel
1.4.2
Außerordentliche Pflegesituation
1.5
Struktur
und Planung der Pflege
1.6
Pflegemanagement
1.7
Qualitätsmanagement
.....
1.1 Leitbild
Aus dem Hintergrund unserer langen Geschichte
verstehen wir die Pflege und Betreuung alter, gebrechlicher und
pflegebedürftiger Menschen als Aufgabe mit christlicher Grundlage.
Orientierung gibt uns dabei das Leitbild der
Caritas und das, was wir wollen:
-
Als kirchliche Einrichtung haben wir uns zum
Ziel gesetzt, Hilfestellung zu geben bei psychischen und physischen
Problemen, Stütze zu sein bei allen Aktivitäten in allen Lebensbereichen.
-
Pflegeziel ist die Erhaltung oder
Wiedererlangung von größtmöglicher Unabhängigkeit unter Berücksichtigung des
persönlichen Freiraumes.
-
Wichtig für uns ist eine ganzheitliche Pflege,
in der die Selbstbestimmung einen hohen Stellenwert einnimmt und die
Persönlichkeit eines Jeden im Vordergrund steht.
-
Unser Bestreben ist die individuelle Betreuung
von Körper, Geist und Seele.
-
Wir bieten ein hohes Maß an Aktivitäten
innerhalb und außerhalb des Hauses, einschließlich sozialtherapeutischer
Maßnahmen.
-
Unser Seniorenheim ist ein Ort der Begegnung
mit vielfältigen Kontakten nach außen.
-
Alle unsere Mitarbeiter wissen um die
Individualität eines jeden Einzelnen, hervorgerufen durch ein christliches
Menschenbild und der unbedingten Achtung der Menschenwürde.
-
Durch Lernbereitschaft, Flexibilität,
Fortbildung und Offenheit suchen wir die Qualität unserer Arbeit ständig zu
verbessern, um eine gute Vertrauensbasis zu unseren Bewohnern zu finden.
-
Auf eine umfangreiche, vielgefächerte
Zusammenarbeit mit Angehörigen legen wir gesteigerten Wert.
-
Wir verstehen uns als Helfer bei Gesundsein,
Behindertsein, Kranksein bis hin zum Tod.
-
Wirtschaftliches und umweltbewusstes Arbeiten
betrachten wir als eine Selbstverständlichkeit.
-
Die Verantwortung ist groß und es gibt viel zu
tun, versuchen wir es gemeinsam.
.....
1.2 Pflegeziele und
Pflegeverständnis
Bei allen Tätigkeiten steht immer der Bewohner im
Mittelpunkt.
Ganzheitlichkeit:
Wir fördern die Ganzheitlichkeit neben der
körperlichen und psychischen Betreuung durch eine räumliche, zeitliche und
soziale Gestaltung des Lebensraumes.
Gemeinschaftsräume, Gänge und Zimmer werden den
Jahreszeiten entsprechend dekoriert.
Zeitliche Orientierung verschaffen überall
angebrachte, große Uhren.
Feste und Veranstaltungen finden entsprechend des
Jahresverlaufs statt (Frühlingsfest, Sommerfest, Weihnachten usw.)
Die soziale Gestaltung fördern Angebote, die sich
nach dem Kirchenjahr richten und sehr wichtig sind die regelmäßigen
Gottesdienste.
Pflegequalität:
Die Pflegequalität ist gesichert durch Prozess-,
Struktur- und Ergebnisqualität, die regelmäßig intern überprüft und ggf.
verbessert wird. In allen Einsatzbereichen sind die Verantwortungen durch klare,
schriftlich fixierte und jedem Mitarbeiter bekannte Strukturen geregelt.
Solidarität:
Der Bewohner wird trotz seiner Behinderungen und
Schwächen als voll- und gleichwertiger Mitmensch anerkannt und entsprechend
respektvoll und würdevoll behandelt. Wir handeln stets nach dem Prinzip: „Der
Schwache hat ein Recht auf die Hilfe des Starken“. Dies gilt im Besonderen in
Lebenskrisen und für Sterbende.
Personalität:
Wir achten jede einzelne Persönlichkeit als ein
„Ebenbild Gottes“. Entsprechend respektvoll ist der Umgang mit dem Bewohner und
dessen Angehörigen. Wir begegnen Jedem im Haus mit Höflichkeit und
Einfühlungsvermögen und vermitteln Nähe und Distanz individuell.
Den selben Umgangston bringen Leitungskräfte ihren
Mitarbeitern entgegen und pflegen diesen auch untereinander. Wir bieten den
Mitarbeitern die Möglichkeit zur Offenheit, konstruktiver Kritik und sichern
Diskretion zu. Konflikte werden methodisch alsbald aufgearbeitet.
Subsidiarität:
Bei all unserem Handeln steht die Hilfe zur
Selbsthilfe im Vordergrund. Wir bieten subsidiäre Assistenz (Hilfestellung) wenn
nötig und praktizieren subsidiäre Reduktion (Rücknahme) wenn möglich. Die
Mitarbeit und Mitbestimmung (Selbstbestimmung) sind bedeutend für das
Selbstwertgefühl und die Lebensqualität des Bewohners.
Somit wird auch die Zufriedenheit der Pflegenden
gefördert und die Grundlage für eine aktivierende Pflege gesichert. Alle
Vorgehensweisen werden mit dem Bewohner abgestimmt und Problemlösungen
erarbeitet.
Universalität:
„Wir alle machen einen Unterschied in der Welt“.
Jeder einzelne von uns ist als Individuum wichtig und verändert durch sein Sein
oder Nichtsein seine Umwelt und die Lebenssituationen der Mitmenschen seines
unmittelbaren Umfeldes. Dies ist ein tragender und allgegenwärtiger Baustein
unserer Tätigkeit.
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1.3 Pflegetheorie und Pflegemodell
Wir arbeiten in unserer Einrichtung nach der
Pflegetheorie von Monika Krohwinkel. Die Grundlagen zu dieser Theorie liefert
uns das Pflegemodell der AEDL’s und den daraus entstehenden Maßnahmen.
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1.4 Pflegemaßnahmen
Mitarbeit bei ärztlicher Therapie und
Diagnostik:
Außer den pflegerischen Leistungen und der
sozialen Betreuung, erbringen wir die Leistungen der medizinischen
Behandlungspflege, nach Maßgabe der ärztlichen Verordnungen. Ärztliche
Anordnungen und deren Durchführung werden in der Pflegedokumentation
festgehalten.
Alle Pflegefachkräfte halten sich strikt an
ärztliche Anweisungen; sie übernehmen ausschließlich solche Aufgaben, für die
sie fachlich ausgebildet sind. Die Durchführung erfolgt gewissenhaft, wird
dokumentiert, ihre Wirkung wird überprüft.
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1.4.1 AEDL’s nach
M.Krohwinkel
-
1. Kommunizieren können
-
2. Sich bewegen können
-
3. Vitale Funktionen aufrechterhalten
-
4. Sich pflegen können
-
5. Essen und Trinken können
-
6. Ausscheiden können
-
7. Sich leiden können
-
8. Ruhen und Schlafen können
-
9. Sich beschäftigen können
-
10. Sich als Mann/Frau fühlen können
-
11. Für Sicherheit sorgen können
-
12. Soziale Bereiche des Lebens sichern können
-
13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens
umgehen können
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1.4.2 Außerordentliche
Pflegesituation
Heimeinzug
Wir vermitteln dem neuen Bewohner beim Heimeinzug,
dass wir uns über sein Kommen freuen. Alle organisatorischen Dinge klären wir
vor dem Einzug mit dem Bewohner oder den Angehörigen; persönliche Gegenstände
(evtl. auch Möbel) sollen vor dem Einzug eingerichtet werden, um somit das
Gefühl zu geben, in eine vertraute Umgebung zu kommen.
Demenz
Die Zunahme an dementen Bewohnern erfordert es,
ein spezielles Betreuungskonzept zu etablieren. Deshalb wurde ein Teil des
Pflegepersonals auf Fortbildungen zum Thema Gerontopsychiatrie ausgebildet.
Demente Bewohner leben in unserer Einrichtung
gemeinsam mit geistig rüstigen in denselben Wohngruppen. Die dadurch erreichte
Konstanz der Umgebung ist von hohem therapeutischen Wert.
Sie profitieren einerseits im Sinne des
Normalisierungsprinzips vom Zusammenleben mit geistig rüstigen Mitbewohnern,
andererseits profitieren die Rüstigen ebenfalls von diesem Konzept, da sie die
Gewissheit haben, im Falle eigener Betroffenheit in der ihnen gewohnten Umgebung
bleiben zu können.
Eine Verlegung in eine beschützende Einrichtung
ist nur bei schweren Verhaltensauffälligkeiten erforderlich.
Freiheitseinschränkende Maßnahmen
Freiheitseinschränkende Maßnahmen bedeuten einen
erheblichen Eingriff in das Freiheitsrecht eines Menschen. Unser Bestreben ist
es, die weitreichenden und schwerwiegenden Konsequenzen von solchen Maßnahmen so
weit wie möglich zu vermeiden bzw. einzuschränken.
Unser Ziel ist es, für alle Bewohner eine
menschenwürdige Pflege zu gewährleisten unter Berücksichtigung weitgehendster
individueller Freiheit sowie größtmöglicher Sicherheit. Freiheitseinschränkende
Maßnahmen führen wir nur durch bei eigener geleisteter Unterschrift durch den
Bewohner oder bei Genehmigung des Amtsgerichtes.
Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, handeln
wir in Notsituationen entsprechend dem Notstandgesetz.
Sterben und Tod
Für uns ist die Pflege, Betreuung und Begleitung
von Sterbenden und deren Angehörigen eine der wichtigsten Aufgaben. Wir
übernehmen die körperliche Pflege des sterbenden Bewohners vorsichtig, behutsam
und dem Bedarf und Wunsch entsprechend. Schriftlich fixierte Wünsche in Form von
Patientenverfügungen respektieren wir.
Eine Sterbebegleitung nach den Wünschen,
Vorstellungen und Ansprüchen der Sterbenden ist gewährleistet. Angehörige sind
uns zu dieser Phase des Lebens der Bewohnern eine willkommene Unterstützung.
Aktive Sterbehilfe lehnen wir kategorisch ab. Unsere Bewohner werden über den
Tod hinaus versorgt; auf Wunsch auch individuell gekleidet. Den Angehörigen
bieten wir Unterstützung in der Abwicklung der anfallenden Formalitäten.
Aufenthalt Kurzzeitpflege
Eine oftmals schwierige Situation für einen
Bewohner stellt der Aufenthalt in der Kurzzeitpflege dar. Der abrupte Wechsel
der gewohnten Umgebung, fremde Pflegepersonen und ein vollkommen geänderter
Tagesablauf macht es gerade für alte Menschen und Demente nicht einfach, sich
einzugewöhnen.
Besonders betroffen sind die Bewohner, die zur
Krankenhausnachsorge in den Bereich einziehen, weil sie den Wechsel in fremde
Gegebenheiten in kurzer Zeit gleich zweimal durchleben. Die Erfahrung hat
gezeigt, dass diese Menschen oftmals vom Kurzzeitpflegeaufenthalt in den
Langzeitpflegebereich wechseln müssen, was wiederum mit einem Umzug verbunden
ist.
Der Verlust des eigenen Heimes, der gewohnten
Umgebung, bedeutet einen gravierenden Einschnitt in die vertraute
Lebenssituation. Gerade hier ist viel Einfühlungsvermögen, Verständnis
liebevolle Pflege und die Unterstützung der Angehörigen notwendig. Vor allem ist
es wichtig, Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln, um die Lebensqualität zu
erhalten und den Bewohnern eine „neue“ Heimat zu geben, in der sie sich wohl
fühlen.
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1.5 Struktur und Planung der Pflege
Unser Pflegesystem ist so ausgerichtet, dass alle
Mitarbeiter im Früh-, Spät- und Nachtdienst alle Bewohner einer Wohngruppe
ganzheitlich pflegen und betreuen. Die Pflegehilfskräfte, sowie das
Servicepersonal eines jeden Wohnbereiches arbeiten unter der Anleitung einer
Pflegefachkraft.
Der Pflegeprozess orientiert sich nach einer
fundierten Pflegeplanung, die von geschultem Personal für jeden Bewohner
individuell und zeitnah erstellt wird. In Zusammenarbeit mit dem Bewohner
und/oder eines Angehörigen entsteht eine Biographie, die als Grundlage für die
Pflegeplanung fungiert.
Es folgt die Pflegeanamnese und daraus ergeben
sich die Pflegeprobleme, vorhandene Ressourcen und Bedürfnisse des Bewohners.
Aus dieser Sammlung an Informationen werden die Pflegeziele formuliert und die
daraus resultierenden Pflegemaßnahmen.
Nach der Durchführung, die im Dokumentationssystem
schriftlich festgehalten und hinterlegt ist, evaluieren wir unsere Planung
regelmäßig zu festgelegten Kontrolldaten und nehmen sodann die möglicherweise
entstandenen Änderungen in die Planung mit auf.
Das System der Dokumentation ist standardisiert
und kann jederzeit veränderten Situationen angepasst werden.
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1.6 Pflegemanagement
Wir arbeiten als eine Gesamteinheit kooperativ
zusammen. Dazu gehört, dass Verantwortung und die dazugehörende Kompetenz von
oben nach unten übertragen wird. So hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, sich
durch Besprechungen und persönliche Gespräche einzubringen. Der Handlungsbereich
ist durch Stellenbeschreibungen für alle Mitarbeiter klar definiert.
Die hausinterne Zusammenarbeit wird sichergestellt
durch regelmäßige Besprechungen und Sitzungen auf allen Ebenen, Protokolle,
Formulare und das Handbuch. Wir arbeiten im Schichtdienst in einer
5,5-Tagewoche. Es ist sichergestellt, dass in allen Schichten ausreichend
Fachkräfte zur Verfügung stehen und die vorgeschriebene Fachkraftquote zu jeder
Zeit erreicht wird.
Der Einsatz des Personals und die Arbeitszeit ist
durch den Dienstplan geregelt. Die Teilnahmen an Fort- und Weiterbildungen wird
den Mitarbeitern durch einen jährlichen Fortbildungsplan ermöglicht.
Die Kommunikation zwischen den Bereichen und die Informationsweitergabe an alle
Mitarbeiter funktioniert über ein mündliches (Übergabegespräche zu allen
Schichtwechseln) und ein schriftliches System (Logbücher).
Wir legen Wert auf ein eigenständiges und
eigenverantwortliches Arbeiten und kontrollieren dies durch regelmäßige
Check-up’s.
Die Verantwortung zur Durchführung und
Dokumentation ärztlicher Anordnung oder Weisungen der Vorgesetzten übernimmt die
Schichtleitung, bzw. die verantwortliche Leitungskraft.
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1.7 Qualitätsmanagement
Wir arbeiten in unserer Einrichtung mit dem
Caritas Qualitäts Management (CQM). Zur Qualität lässt sich eine Reihe von
Aussagen treffen:
-
Qualität ist, was der Kunde will
-
Qualität muss messbar sein
-
Qualität durchdringt das ganze Unternehmen
-
Qualität braucht einen organisatorischen
Rahmen
-
Qualität braucht motivierte Mitarbeiter
-
Qualität ist das Anständige (Theodor Heuss)
Qualität ist von Vorgaben abhängig. Will eine
Einrichtung Qualität erbringen, muss sie diese zunächst definieren. Um eine
erfolgreiche und damit auch zufriedenstellende Arbeit zu erreichen, müssen von
Seiten der Leitung klare Strukturen vorgegeben werden, die als Handlungsmuster
für alle Beteiligten in die tägliche Arbeit einfließen.
Mitarbeiter, die eine Weiterbildung zum BQM
(Beauftragten für Qualitätsmanagement) absolviert haben, sowie ein bestehender
Qualitätszirkel sichern und lenken die Vorgaben von CQM.
SCHLUSSWORT: Dieses Konzept beinhaltet den
Sollzustand, den zu erreichen wir als unsere wichtigste Aufgabe betrachten und
danach streben, ihn mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
einzuhalten. |