Über uns

Geschichtliches

Die Hospitalstiftung Dinkelscherben geht auf das Jahr 1603 zurück. Nachdem eine verheerende Ruhrepidemie die Gegend heimsuchte, beschloss der Augsburger Domdekan Johann Hieronymus Stor von Ostrach ein Spital zu errichten, das „der Unterbringung, Verpflegung und Betreuung alter und gebrechlicher Personen“ dienen sollte. Im Einvernehmen mit dem Bischof von Augsburg wurde 1604 mit dem Bau der noch heute erhaltenen dreiflügeligen Anlange begonnen, sodass bereits im Jahr darauf die ersten Hilfsbedürftigen aufgenommen werden konnten. In seinem Testament verfügte von Ostrach, dass sein Vermögen dem Spital zugutekommen solle. Weitere Förderung erfuhr das Spital durch Domkapitular Probst zu Wiesensteig. Durch eine Zuwendung von Wilhelm Freiherr von Bettendorf konnte das Spital im 18. Jahrhundert erweitert werden. In den Zeiten der Säkularisation ging das Spital an das Königreich Bayern über und wurde in eine wohltätige Stiftung überführt – der Hospitalstiftung Dinkelscherben (einer Stiftung bürgerlichen Rechts), deren Zweck in der Betreuung und Pflege alter und gebrechlicher sowie aller hilfsbedürftigen Personen besteht.

Chronologie Hospitalstiftung Dinkelscherben

1599 

Kursierte in Dinkelscherben und Umgebung eine Ruhrepidemie, die den Domdekan Hieronymus Stor von Ostrach als Pfleger auf der Burg Zusameck veranlasste, Dr. Occo mit der Pflege Betroffener zu beauftragen.

1601  

Erwarb Stor von Ostrach zwei Anwesen und das zwischen ihnen liegende Jägerhäusle in der hinteren Gasse zum Bau eines Spitals
(Nach anderen  Quellen: Lässt 1604 auch sein eigenes Haus zum Spital umbauen)

1603 

Gründung des Spitals durch den Augsburger Domherrn Johannes Hieronymus Stor ab Ostrach

1604 

Erfolgt die Zustimmung zum Bau durch den Augsburger Bischof. Der Bau wird nach den Entwürfen eines Schülers des berühmten Augsburger Baumeisters Elias Holl begonnen. 

1605 

Die Hospitalstiftung wird errichtet 

Erhält das Haus seine kirchliche Weihe

Stirbt von Ostrach und hinterlässt seine gesamtes Vermögen dem Spital

1743 

Domherr Wilhelm Freiherr von Bettendorff stiftet eine große Summe, 
wodurch die Bettenzahl von 16 auf 58 erhöht werden konnte.

Das Personal bestand damals aus dem Spitalvater, einer Magd, einer Küchenmagd, einem Spitalknecht, einem Krankenwärter und einer Krankenwärterin.

1802/03

Nach der Säkularisation geht das Verwaltungsrecht an die bayerische Krone über, und das Spital bekommet einen Spitalarzt, Dr. Bvenedikt Hagemiller.

1853 – 1980    

127 Jahre kümmern sich die Barmherzigen Schwestern um die Pflegebedürftigen

1871 

Wird die Spitalkapelle im sehenswerten, neugotischen Stil ausgebaut

1978 – 83

Gründliche Sanierung des Altbaus und Erweiterung mit einem Neubau

2003

Die Hospitalstiftung feiert ihr 400 jähriges Bestehen. Das Spital ist im Landkreis Augsburg die  zweitälteste soziale Einrichtung. Durch die Gründung dieses Spitals wurde Dinkelscherben unter anderem im 17. Jh.  zum zentralen Ort in der Reischenau.